The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro - Kritik

 The Amazing Spiderman 2 - 17. April 2014  X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - 22. Mai 2014
Kinostarts:

Noch immer hat Peter mit den Konsequenzen des Versprechens zu kämpfen, welches er Captain Stacy vor dessen Tod gegeben hat. Er soll sich von dessen Tochter Gwen fern halten, da ein Held wie Spider-Man immer Feinde haben wird. Dementsprechend turbulent verläuft auch die Beziehung zwischen Peter und Gwen. Komplizierter wird alles noch, als ein alter Schulfreund, Harry Osborn, in die Stadt zurückkommt. Harry braucht dringend Spider-Mans Blut, da er unter einer Erbkrankheit leidet, die bereits seinen Vater befallen hat. Und dann ist da noch der Oscorp-Angestellte Max Dillon, der nach einem Unfall die Fähigkeit erhält Elektrizität zu manipulieren und sich fortan Electro nennt.

 

Mit drei Feinden bekommt es Spider-Man in seinem neusten Leinwand-Abenteuer zu tun: Rhino, Electro und Green Goblin. Im Vorfeld herrschte deswegen die Befürchtung der Film könnte ähnlich überfrachtet daher kommen wie seinerseits der dritte Teil der Raimi-Trilogie. Dahingehend kann man eine klare Entwarnung geben. Alle drei Feinde haben ihren Platz im Film und dienen als Triebfeder für die Handlung. Außerdem wird die Leinwandpräsenz sehr strickt aufgeteilt. Der vollkommen überzogen von Paul Giamatti dargestellte Aleksei Sytsevich/Rhino hat nur eine kleine, aber durchaus wichtige Rolle im Film. Giamatti merkt man seinen Spaß an dieser Rolle durchaus an, aber er übertreibt es gelegentlich mit seinen Onelinern und seinem russischen Akzent.

 

Eine wesentlich zentralere Rolle übernimmt Jamie Foxx als Max Dillon, einem Niemand, der Spider-Man nahezu wahnhaft verehrt. Foxx gelingt es dabei die Rolle zwischen Wahnsinn, Witz und ernsthafter Bedrohung anzusiedeln. Die Wandlung vom Nerd zum Superschurken bleibt dadurch glaubhaft. Electro wurde eindeutig näher an der Ultimativen-Version gestaltet und ist deshalb nahezu eine Naturgewalt, die mit beeindruckenden CGI- und 3D-Effekten entfesselt wird. Generell wirkt der Look wesentlich plastischer, als es nach der ersten Sichtung der zahlreichen Trailer zu befürchten war.

 

Der dritte Schurke im Bunde könnte als Spoiler empfunden werden. Daher gehe ich erst am Ende der Kritik näher auf ihn ein.

 

Die eigentlichen beiden Stars des Films sind natürlich Andrew Garfield und Emma Stone, die bereits im ersten Teil ein unglaublich sympathisches Pärchen abgaben. Da die Kennenlernphase und die ganze Spider-Man-Origin nun abgehandelt ist, kann Regisseur Marc Webb, nicht nur was die Beiden betrifft, gehörig aufdrehen. Gefühlvoll, witzig und vor allem überzeugend spielen sich die beiden jungen Darsteller die Bälle zu und bekommen dabei sehr schöne Dialogzeilen in den Mund gelegt. Generell weiß das Drehbuch voll und ganz zu überzeugen. Spider-Man kann unglaublich frech und vorlaut sein, aber er kann auch durch die Verantwortung gegenüber seines Handelns nahezu gebrochen wirken. So emotional ging es in noch keinem Film der Wandkrabbler-Reihe zu.

 

Neben den visuellen und schauspielerischen Leckerbissen, weiß auch der Soundtrack zu überzeugen. Allein die Szene mit Electro am Times Square und der Kampf im Elektrizitätswerk, wissen durch die Verknüpfung von Musik und seinen Kräften zu überzeugen. Dadurch wird der fließende Starkstrom und Max Dillons Wut förmlich in den Körper des Zuschauers projiziert. Eine derart überzeugende Kombination aus Darstellung, visuellen Reizen und Musik, habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

 

Abschließend nun mein Bild des dritten Schurken, der durch Trailer wohl ohnehin bereits im Vorfeld gespoilert wurde. Diejenigen, die aber lieber unbefangen ins Kino gehen wollen, sollten auf das Weiterlesen dennoch verzichten. Ab "Fazit" geht es dann spoilerfrei wieder weiter.

 

Der von Dane DeHaan dargestellte Green Goblin weiß definitiv mehr zu überzeugen, als die Versionen aus Spider-Man und Spider-Man 3 von Sam Raimi. Dieser Kobold bringt durch die fehlende Maske und die deutliche Deformierung wesentlich greifbareren Wahnsinn ins Spiel. Willam Dafoe und James Franco boten zwar ebenfalls sehr gute Darstellungen, wurden aber durch lächerliches Kostüm-Design negativ untergraben. Weniger überzeugend ist die Freundschaft zwischen Harry Osborn und Peter Parker. Hier hätte man sich lieber Zeit lassen und die Figur bereits im ersten Teil einführen sollen. Die Chemie zwischen DeHaan und Garfield stimmt jedoch, weswegen dies nur ein sehr kleiner Makel, an einem sonst sehr unterhaltsamen Film war.

 

Fazit


The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro ist ein wirklich toller Blockbuster-Film geworden. Tolle Darsteller, eine astreine Regie und ein überzeugender Soundtrack verbinden sich zu einem Leinwand-Abenteuer der unterhaltsamen Art. Hoffen wir, dass das Spider-Man-Franchise durch die geplanten Spin-Offs rund um Venom und die Sinister Six nicht zu überfrachtet wird. Denn so kann aus der Webb-Trilogie eine schöne und runde Sache werden.