Iron Man 2 - Filmkritik

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Nachdem der erste Iron-Man-Film ein riesiger Kinoerfolg war, versuchte man mit Iron Man 2 bereits zwei Jahre später anzuknüpfen. Diesmal geht es quasi um Iron Mans „Jugendjahre“, in denen er seine Anzüge verbessert, erstmals mit den Konsequenzen des Arc-Reaktors in seinem Körper konfrontiert wird und auch mit S.H.I.E.L.D. näher in Kontakt kommt. Gleichzeitig wird der dünne Grad thematisiert, auf dem Tony wandelt, denn die mächtige Waffe „Iron Suit“ verschreckt das Verteidigungsministerium, die derartige Technologie nicht in der Hand eines einzelnen Mannes sehen wollen.

Wie schon der Vorgänger wartet Iron Man 2 mit einer guten Mischung aus Humor und Action auf. Tony ist größtenteils immer noch sehr flapsig und hat mehrere coole Sprüche auf Lager. Doch zur selben Zeit wird auch Tonys dunklere Seite gezeigt, die er mit seinem überheblichen Gehabe ansonsten geschickt überspielt. Die Nebenwirkungen des Arc-Reaktors zehren an ihm und er fürchtet die Verantwortung, die ihm die Welt übertragen hat. Zwischen all der Action finden sich folglich auch immer wieder ernstere Szenen, die eben diesen Aspekt des Superheldentums thematisieren.

Die Handlung ist wie im ersten Teil schwungvoll und abwechslungsreich gestaltet. Diesmal versucht man auch nicht, den Bösewicht bis zum Ende des Films geheim zu halten, sondern präsentiert dem Zuschauer gleich die zwei Lager Stark versus Hammer Industries. Somit bleiben natürlich größere Plot-Twists aus, aber durch die seichte Handlung wird der Film erst zu einem richtig gelungen Unterhaltungskino.

Die hochgradige Besetzung macht Iron Man 2 weiterhin zu einem spannenden Erlebnis. Robert Downey Jr. und Gwyneth Platrow spielen wieder Tony Stark bzw. Pepper Potts und verleihen den Rollen ihren ganz eigenen Charakter. Positiv fällt vor allem auch Sam Rockwell als Justin Hammer auf, der seine Rolle mit einer guten Portion Charme angeht und darüber hinaus für einen Gegenspieler Tonys, der einige Rückschläge verkraften muss, ziemlich gut gelaunt ist. Don Cheadle spielt erstmals Rhodey, wobei er seinem Vorgänger in nichts nachsteht und den Charakter gekonnt umsetzt.

Erwähnenswert sind darüber hinaus selbstverständlich auch Scarlett Johansson und Samuel L. Jackson als Nick Fury bzw. Black Widow. Auch wenn die (Action-)Szenen mit Letzterer stellenweise sehr gestellt und gekünstelt wirken, verleihen beide Schauspieler dem Film noch das gewisse Etwas.

Die Action-Szenen fallen natürlich wieder sehr opulent aus, manchmal vielleicht sogar etwas zu sehr. Während die Kampfszenen mit den Iron Suits wieder äußerst bombastisch in Szene gesetzt wurden, wird das Thema dann doch gelegentlich überstrapaziert- vor allem zum Ende des Films hin. Irgendwann werden die Augen bei den schnellen Bildfolgen einfach müde und man fragt sich, wann endlich etwas Bahnbrechendes passiert, was die Story vorwärts treibt. Der erste Teil war hier auf definitiv ausgeglichener.

Weiterhin steht der Soundtrack, trotz anderem Komponisten, ganz in der Tradition des ersten Films: Statt des gewöhnlichen Filmmusikgedudels erwarten euch hier wieder etwas härtere Klänge. Episch wird es dann auch noch, denn keine geringeren als AC/DC steuerten das Titellied bei.

Die deutsche Fassung ist ebenfalls gelungen und rund, auch wenn hier einige, wenige Szenen wieder sehr „drüber gesprochen“ wirken und sich die Stimmen nicht immer 100%ig nahtlos einfügen.

Generell fällt Iron Man 2 im Vergleich zum Vorgänger wegen der übertrieben langen Action-Szenen ein wenig ab, führt aber interessante Charaktere ein. Bei der Handlung hätte man stellenweise etwas nachbessern können, aber der Film bleibt ein sehenswertes Erlebnis für alle Superhelden- und Action-Fans.