Iron Man 3 - Filmkritik

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Kinostarts:

Bevor der Film in den Kinos startete, war der Hype bereits riesig. Die Hauptdarsteller tourten durch die ganze Welt, um den Film zu promoten und überhaupt war die gesamte PR-Maschinerie wirklich beachtlich. Und sie erfüllte ihren Zweck: Der Film brach alle Rekorde und legte einen Kinostart hin, wie er nicht einmal mehr in irgendeinem Buche stehen dürfte und wurde von der internationalen Fachpresse in den höchsten Tönen gelobt.

Wie schreibt man zu diesem Mammut also eine objektive Kritik? Antwort: Indem man die 3D-Brille einmal abnimmt. Vorsicht ist allerdings geboten, denn der Artikel könnte den einen oder anderen Spoiler enthalten!

Die Krux mit der Handlung

Iron Man 3 bietet wie auch seine Vorgänger eine witzige, spannende und gut ausgeklügelte Story, die den Zuschauer permanent in Atem hält- sei es durch langes Lachen oder harte Actionmomente. Auch hier findet sich wieder eine gute Balance zu den ruhigeren Passagen und es wird ebenfalls genug Zeit eingeräumt, neue Charaktere zumindest oberflächlich einzuführen.

Allerdings finden sich in der Struktur des Films einige Schwächen, über die man nicht so ohne weiteres hinwegsehen kann. Der Film beginnt ungewöhnlich mit einem fetzigen Discolied, welches vor ein paar Jahren die Charts erobert hatte. Thematisch passt es sehr gut, doch leitet es gleich zu Beginn in eine Rückblende ein, die innerhalb von wenigen Minuten die gesamte Filmhandlung vorwegnimmt: Es wird gleich klar, wer der Böse ist und was der Plan dieses Bösen sein wird. Wäre diese Szene anders platziert gewesen, dürfte der Effekt auf den Zuschauer vielleicht größer gewesen sein, selbst  wenn natürlich auch der dritte Iron Man ohne die wirklich überraschenden Plot Twists auskommt.

Action, jetzt auch in 3D

Als Filmreihe lebt Iron Man seit 2008 von Spezialeffekten und ausgefeilten Actionszenen. Wie auch schon bei den Vorgänger werden diese wieder grandios und atemberaubend umgesetzt. Auch wenn der ein oder andere wissenschaftlich versierte Zuschauer hin und wieder zusammenzucken dürfte, sind die Szenen angemessen und interessant gestaltet. Die Darstellung der Antagonisten, die auch ohne Iron Suit über spezielle Features verfügen,  ist ebenfalls mehr als gelungen.

Und dann gibt es den Film auch noch in 3D, bzw. für Kinobesucher fast ausschließlich in 3D. Damit ist der Film natürlich nicht für jedermann etwas, denn 3D ist anstrengend für Augen und Kopf, oft unscharf und kann sogar zur berüchtigten Motion Sickness führen. Während bei Iron Man die 3D-Technik durchaus gut zum Einsatz kam, nicht übertrieben und sauber eingearbeitet wurde, wäre der Film in 2D sicherlich nicht abgefallen. Ganz im Gegenteil: Das Film wäre im Bild ruhiger und weniger hektisch gewesen.

Des weiteren…

… ist und bleibt Iron Man 3 eine erstklassiger Actionfilm, was sich auch in der Performance der Schauspieler widerspiegelt. Allen voran stehen hier natürlich Robert Downey Jr. und Gwyneth Paltrow, die wieder einmal mehr ihre Rollen mit Leben füllen und genial rüberbringen. Dabei meistern sie auch schwierigere Passagen sehr gut. Guy Pearce erfüllt seine Rolle als Aldrich Killian ebenfalls mit einer überlegenen Gelassenheit.  Die größte Überraschung in zweifacher Hinsicht geht aber auf das Konto von Sir Ben Kingsley als Mandarin, der bei jedem Zuschauer wohl für Augenklimpern sorgen dürfte.

42mal Iron Suits

Da Tony die Zeit zu Iron Man 3 ja effektiv mit Bastelarbeiten genutzt hat, wartet gleich zu Beginn bereits die Mark-42-Rüstung in seiner Werkstatt auf Inbetriebnahme. Überhaupt wurden im Vorfeld verschiedene Rüstungen vorgestellt, was einige Zuschauer wahrscheinlich zu der Annahme verleiten könnte, dass hier im Film so richtig rangeklotzt würde. Dem ist tatsächlich leider nicht so und es ist sehr schade, dass selbst die Rüstungen, denen extra eigene Poster gewidmet wurden, nicht länger als ein paar Sekunden im wackeligen 3D-Bild zu sehen sind.Sie tauchen auch erst zum Ende des Films hin erst auf und somit wurde viel Potenzial verspielt.

Überhaupt dürften sich die meisten der eingefleischten Fans am Ende des Films eventuell etwas reiben, denn hier passieren tatsächlich einige Dinge, die mit Hilfe einer Brechstange versuchen, Iron Man als Trilogie zu einem kleinen Abschluss zu verhelfen. Dennoch ist das Gesamtbild stimmig.

Fazit

Iron Man 3 ist ein bombastischer Film, der sich für jeden Fan lohnt, auch wenn er mit einigen Schwächen in der Handlung daherkommt. Dennoch ist er bildgewaltig inszeniert und bietet auf 130 Minuten beste Unterhaltung. Ein wenig Vorwissen, vor allem aus den Avengers, wird allerdings vorausgesetzt, um den Film auch gänzlich genießen zu können.