Iron Man - Filmkritik

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Das Label „Action“-Film ist wohl bei kaum einem Film angebrachter als bei Iron Man. Der Film hat ordentlich woom und boom! Darüber hinaus macht er dank witziger Dialoge und einem großen Batzen an Situationskomik auch noch richtig viel Spaß.

Beschrieben wird natürlich die Ursprungsgeschichte von Iron Man. Zwar finden einige Abweichungen zu den Comics statt, aber das Drehbuch ist dennoch so spannend gestaltet, dass dies kaum störend auffallen dürfte. Auf actiongeladene Szenen folgen im guten Wechsel immer auch wieder ruhigere Stellen, bei denen der Zuschauer etwas verschnaufen kann, ohne dass ihm langweilig werden dürfte.

Große Überraschungen bleiben im Verlauf des Films aber aus. Es gibt keine bahnbrechenden Plot-Twists und an mancher Stelle fragt man sich, warum die handelnden Charaktere blindlings in eine Falle laufen, wo doch dem Zuschauer schon längst klar ist, was als nächstes passieren dürfte. Trotzdem wirkt die Handlung nicht platt, sondern ist immer in der Lage mitzureißen und zu begeistern.

Dafür sorgt auch die hochkarätige Besetzung mit Robert Downey Jr. in der Hauptrolle und Gwyneth Paltrow als seine treue Assistentin Pepper Potts. Vor allem Rober Downey Jr. scheint seine Rolle als Tony Stark von vorneherein verinnerlicht zu haben, weshalb seine Performance durchgängig gelungen ist, sowohl in Action-Szenen, als auch in den wenigen ruhigeren, nachdenklichen Szenen.

Gwyneth Paltrow schafft es Pepper als eigenständigen Charakter zu etablieren, der auch neben Tony Stark weder abfällt noch blass wirkt. Sie ist dadurch mehr als nur die nette Assistentin oder der weibliche Sidekick.

Die anderen Schauspieler wissen ebenfalls zu überzeugen und selbst kleinere Charaktere wie Yinsen, gespielt von Shaun Toub, bleiben einem im Gedächtnis.

Obwohl Iron Man inzwischen gut fünf Jahre alt ist, wirken die verschiedenen Special Effects immer noch modern. Sie fügen sich gut und keinesfalls störend in das Gesamtbild des Films ein. Das geht von den beeindruckenden Explosionen der Stark-Waffen bis hin zur Animation des Iron Suits. Auch der Blick auf Tonys Gesicht im Iron Suit und das Computer-Interface dort sind nett animiert und wirken bestenfalls am Anfang etwas befremdlich.

Da es bei Iron Man um viel Metall geht, liegt es nahe, dass der Soundtrack sich nicht auf zarte Hintergrunduntermalung beschränkt, sondern für den Zuschauer tatsächlich auch mal mit harten Gitarrenriffs hör- und fühlbar wird. Geschrieben wurde die Musik vom deutsch-iraner Ramin Djawadi, der wieder einmal beweist, dass man gerade mit ungewöhnlichen Mittel, wie eben harten Gitarren-Einlagen, einen Soundtrack kreieren kann, der sich einprägt. Einen Gang runterschalten wäre bei einem Film wie Iron Man auch nicht passend gewesen.

Einziger kleiner Minuspunkt bildet leider die deutsche Synchronfassung. Auch wenn die Dialoge weitestgehend gut übersetzt wurden, wirkt der Film streckenweise doch arg „drüber gesprochen“. Die Stimmen fügen sich oft nicht nahtlos ein und bleiben so etwas aufgesetzt. Hier hätte man sich von deutscher Seite durchaus etwas mehr Mühe geben können.

Dennoch: Iron Man ist ein Must-See für jeden Action- und Comic-Fan! Tony Stark gehört definitiv zu den Unikaten unter den Superhelden, der mit viel Witz und guter Laune an seinen „Job“ geht. Gelegentliche Abweichungen zu den Comics kann man dem Film, der ansonsten auf breiter Spur überzeugt, gut verzeihen. Erstklassiges Popcorn-Kino für den nächsten Filmabend also!