X-Men Origins: Wolverine - Filmkritik

 The Amazing Spiderman 2 - 17. April 2014  X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - 22. Mai 2014
Kinostarts:

Als Marvel-Vorzeigemännchen, dessen Beliebtheit locker an die von Iron Man ran reicht, ist es nur selbstverständlich, dass auch Wolverine irgendwann einmal seinen eigenen Film bekommen musste. Nachdem die X-Men-Verfilmungen schon sehr erfolgreich waren, wurde es also auch für Logan Zeit, die Kinoleinwand im Alleingang zu erobern.

Und was bietet sich da besser an, als einmal die Ursprungsgeschichte von Wolverine ausführlich zu erzählen?

Geschichte mit Ecken und Kanten

Wolverines Geschichte ist schon eine recht bewegende, denn der Gute hat einiges mitgemacht. Vom Tod seines Ziehvaters, über die Ermordung seines tatsächlichen Vaters bis hin zu diversen Auftritten in den Kriegen der Weltgeschichte, hatte Logan wirklich überall die Finger im Spiel. Dabei geholfen haben ihm natürlich seine Mutantenfähigkeiten, allerdings sind diese in einer Welt, wo Mutanten vor allem als Bedrohung angesehen werden, auch nicht gerade ein Segen.

Und so lebt Logan irgendwann ein zurückgezogenes Leben in einem Waldgebiet mit seiner Partnerin. Was, wie jedem Zuschauer gleich klar sein dürfte, nicht lange gutgehen kann. Also bedient sich auch der Kinofilm der üblichen Klischees: Freundin des Helden wird scheinbar umgebracht, Held zieht aus um Rache zu üben.

Ein einfaches Prinzip, was zwar keine großartigen Neuerungen oder Überraschungen bietet, aber doch für solide Unterhaltung sorgt. Allerdings bleibt die Story auch nach Wolverines kleinem Intermezzo im Wassertank, wo seine Knochen mit Adamantium versiegelt werden, relativ vorhersehbar. Leichte Kost, die trotzdem spannend erzählt wird und für gute Unterhaltung sorgen dürfte, wenn man nicht zu viel erwartet. Einzig Fans eines gewissen Söldners müssen am Ende dieses Films tapfer sein.

Das Auge isst mit

X-Men Origins: Wolverine kommt mit einer guten Mischung aus alteingesessenen Schauspielern und einigen neuen Gesichtern daher. Die Leistung aller Schauspieler ist durchweg gelungen, auch wenn stellenweise die Dialoge etwas hölzern wirken und aufgesetzt daherkommen.

Aufgesetzt wirken weiterhin so manche Computereffekte, was nicht nur der Tatsache geschuldet sein dürften, dass der Film inzwischen ein paar Jahre alt ist. Während andere Comicverfilmungen es schaffen, verhältnismäßig real und überzeugend rüberzukommen, wirkt X-Men Origins: Wolverine tatsächlich sehr oft, wie eine künstliche Comicwelt. Dies ist schade, da es die Immersion stellenweise doch sehr stört.

Dafür bietet der Film aber auch einige actiongeladene Szenen, die immer wieder Spaß machen, egal wie oft man sie sich ansieht. Die Szene, in der Wolverine nach seiner Operation aus dem Tank springt, dürfte daher inzwischen nicht nur unter Fans Kultstatus erreicht haben.

Für die Augen kann der Film also wirklich in mehreren Bereichen punkten. Ein wenig gestört wird dieser Eindruck nur über gelegentlich arg künstliche Computereffekte.

Aller Anfang ist schwer…

Während sich Wolverine also mutig durch sein erstes Abenteuer bewegt, bleiben beim Zuschauer wahrscheinlich gemischte Gefühle zurück. Einerseits bietet der Film interessante und abwechslungsreiche Unterhaltung, die frei von den Comics erzählt, wie aus einem kleinen Jungen der mächtige Mutant Wolverine wurde. Andererseits ist die Handlung stellenweise sehr salopp erzählt und bietet kaum Überraschungen.

Dennoch findet sich in X-Men Origins: Wolverine solides Popcorn-Kino, welches interessante Hintergründe erklärt und endlich Wolverine im alleinigen Fokus der Handlung hat. Für Fans der X-Men-Filme bieten sich hier folglich knapp zwei Stunden knackige Action und gute Unterhaltung.